Monatswort Juni

… und der HERR redete mit Mose

 

Und wenn Mose zur Stiftshütte kam, so kam die Wolkensäule hernieder und stand in der Tür der Stiftshütte, und der Herr redete mit Mose (2. Mose 33,9).

 Welch ein Mann, dieser Mose! Konnte einfach so mit Gott reden… Und diese Gespräche glichen dem Austausch zwischen zwei besten Freunden: Mose vertraute dem Herrn an, was ihn bewegte, freute und oft auch frustrierte, und Gott teilte Mose mit, was Er auf dem Herzen hatte.

Ein besonderes Privileg eines besonderen Mannes? Nein, mit jedem von uns, mit allen, die sich Ihm anvertraut haben, will Gott solche Gemeinschaft pflegen. Allen gilt die Aufforderung: Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuversicht (Psalm 62,9).

Und auf unser „Ausschütten“ will Er antworten, will zu dir und mir reden und uns dadurch stärken: Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben (Jesaja 55,3). Dabei denken wir unweigerlich auch an Jesu „Heilandsruf“: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken (Matthäus 11,28).

Sagst du Jesus auch manchmal: „Lieber Heiland. Ich komme jetzt zu dir, weil ich gerade mühselig und beladen‘ bin.“ Und während du Ihm kindlich den Grund deiner Bedrückung erzählst, darfst du bereits erleben, wie Er dich tröstet und stärkt. Auch will Er dir Seine Perspektive für dein Problem zeigen und deine Augen dafür öffnen, dass Er der Situation vollkommen gewachsen, ja, himmelhoch überlegen ist, und dass es Ihm leichtfällt, den Ausweg für dich zu schaffen.

Kennen wir solche Zeiten des stärkenden und freundschaftlichen Austauschs mit unserem Herrn? Manche mögen sagen: „Ich lese schliesslich regelmässig in der Bibel, bete und besuche Gottesdienste…“ Doch ist es meine persönliche Erfahrung, dass solche guten Gewohnheiten auch mal zu einer oberflächlichen Routinesache werden können.

Darum will ich mich immer wieder an Mose erinnern, wie er zum Heiligtum kam. Er musste sich bewegen und legte einen Weg zurück. Das tat er nicht nebenbei, sondern ganz bewusst, und hatte ein Ziel vor Augen: dem Herrn zu begegnen, mit Ihm zu reden, Ihn zu hören und Ihm auch zu gehorchen.

Ich bitte für mich um Gnade, dass jede Gebetszeit, jedes Bibellesen, jeder Gottesdienst und Hauskreisabend eine bewusste Begegnung mit meinem Herrn ist.

Unter Menschen kommt es ja vor, dass einer reden will, aber er kommt nicht zu Wort; er will sich mitteilen, aber der andere hört nicht zu. Wie frustrierend und verletzend! Darum will ich meinem Herrn bewusst begegnen. Es geht nicht um „Christenpflicht“, sondern um Freundschaft und Gemeinschaft. Er will mich hören und zu mir reden: Darum siehe, ich will sie locken und will sie in die Wüste (Red. an einen Ort ohne Ablenkung) führen und freundlich mit ihr reden. (Hosea 2,16).

Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören, (Jesaja 65,24).

 Möchte aber jemand sagen: „Zu mir redet der Herr nicht. Ich habe keine Bibelschule besucht. Ich bin nicht so gescheit und wohl auch nicht gut genug dazu…“ Dann will ich uns daran erinnern, dass Jesu Blut uns vollkommen gerecht zu machen vermag (1. Johannesbrief 1,9) und dass wir um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist bitten dürfen, der uns alles erklärt und auslegt (Johannes 14,26).

 So wünsche ich uns allen nun viele bereichernde und stärkende Begegnungen mit unserm Vater im Himmel und unserm geliebten Herrn Jesus Christus.

 

Emanuel Keller