Monatswort Juli

Und er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.

Markus 1,13

Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.

(Markus 1,12-13).

 

Kaum getauft und vomVater als Seinen geliebten Sohn vorgestellt worden, wird Jesus vom Geist in die Wüste getrieben. Hier sollte der Sieg des Kreuzes seinen Anfang nehmen. Nach vielen Tagen des Gebets versuchte Ihn der Teufel zuletzt so lange, bis ihm nichts mehr in den Sinn kam. Doch gestärkt durch die heilige Gemeinschaft mit dem Vater konnte Jesus erfolgreich widerstehen.

Ganz nebenbei erfahren wir aber im Markusevangelium, dass da auch noch wilde Tiere waren, die Ihn umgaben. Und das waren durchaus nicht nur Gazellen oder Wildesel, sondern auch Löwen und Bären, hungrige Wölfe, Hyänen und Geier, die schnell einmal merkten, dass Jesus nach wochenlangem Fasten nicht mehr bei Kräften war. Doch durften sie unserem Heiland, der vom Heiligen Geist geführt war und in enger Gemeinschaft mit dem Vater verharrte, nichts anhaben. Dabei erinnern wir uns an Daniel in der Löwengrube (Daniel 6).

Zeiten, in denen ein Gotteskind ernstlich beten und innige Gemeinschaft mit dem Vater pflegen will, können durchaus umkämpft sein – wohl nicht gerade durch Raubtiere, sondern „Mächtige und Gewaltige“ (Epheser 6,12), widerliche Umstände, Widerstand durch Menschen, Entmutigungen oder körperliche Schwäche. Doch Gottes Engel sind auf ihrem Posten und können „den Löwen den Rachen zuhalten“ (Daniel 6,23).

Auch lehrt uns die Bibel, dass der Ort der Gemeinschaft mit dem Herrn, das „Bethaus“ oder „Heiligtum“, ein Ort der Zuflucht und des Schutzes vor allen Anfeindungen ist:

Er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen. Nun erhebt sich mein Haupt über meine Feinde, die um mich her sind; darum will ich Lob opfern in seinem Zelt, ich will singen und Lob sagen dem Herrn (Psalm 27,5-6).

Wie schlecht wäre es doch gewesen, hätte David, von Feinden umgeben, diesen sicheren Ort verlassen. Dabei wurde gerade im heiligen „Zelt“ sein Haupt erhoben. Der Betende, der sich beim Herrn schützte, wurde gross gemacht und konnte siegreich auf seine Feinde herabsehen.

Und in gleicher Weise hat Jesus Jahrhunderte später im „Bethaus der Wüste“ vor den Augen wilder Tiere durchgehalten und konnte der List des Versuchers siegreich widerstehen. Wie gut, ist Er nicht an einen friedlicheren Ort ausgewichen! Die ganze von Gott abgemessene Zeit der Prüfung hat Er durchgemacht – für dich und mich – worin auch immer unsere „wilden Tiere“ bestehen mögen. Nicht allein in den Himmel, sondern auch durch Zeiten der Anfechtung hat Er für uns den Weg gebahnt.

„Nun erhebt sich mein Haupt…“ (Psalm 27,6) – wie konnte Jesus doch erhobenen Hauptes als herrlicher Sieger aus der Wüstenzeit zurückkehren! „In der Kraft des  Geistes“ (Lukas 4,14) trat Er nun Seinen Dienst an, der Ihn nun zum grössten Sieg aller Zeiten führte, dem Sieg am Kreuz von Golgatha und dem darauf folgenden Triumph von Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten.

Möge uns der Herr beistehen, in Wüstenzeiten durchzuhalten, am sicheren Ort des Gebetes und der ständigen Gemeinschaft mit Ihm zu verharren, bis der Sieg da ist und wir, ausgerüstet mit neuer Kraft und in grösserem Segen als zuvor, auf unserem Weg weiter vorangehen können.

Emanuel Keller