Monatswort April

Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden (Jesaja 53,11).

Am Anfang der Bibel lesen wir, wie Gott die ganze Schöpfung in ihrem Reichtum und ihrer Herrlichkeit ins Dasein rief: anscheinend mühelos – „einfach so“, nur durch Sein Wort (Psalm 33,9), ohne Ermüdung oder Erschöpfung: Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich (Jesaja 40,28).

Bis heute wissen wir nicht genau, wie gross das Weltall ist. Man schätzt es auf Milliarden von Lichtjahren. Aber bis in diese äussersten Weiten hinaus, angefangen beim kleinsten Einzeller, hat der Schöpfer alles bis ins Detail durchdacht, ins Dasein gerufen, mit wunderbaren Gesetzmässigkeiten programmiert und zum perfekten Funktionieren und Leben erweckt. Alles ohne Anzeichen von Erschöpfung und Müdigkeit.

Besonders über die Ostertage aber erinnern wir uns dankbar an eine Sache, die unserem unermüdlichen, genialen und niemals „ausgebrannten“ Gott doch Mühe bereitete: Aber mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten. Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht (Jesaja 43,24-25). Mein Unglaube, mein Ungehorsam und meine Sünde haben Ihn müde gemacht (Jesaja 7,13).

Und so schickte Er dann Hunderte von Jahren nach Jesaja den Mit-Schöpfer, unsern Herrn Jesus Christus, auf die Erde, um die Mühe der Sündentilgung auf Sich zu nehmen. Zwar bewältigte Er die letzten gut drei Jahre ein beeindruckendes Arbeitspensum ohne Anzeichen von Erschöpfung: Er zog umher, predigte, lehrte, heilte und befreite von allen Krankheiten und Belastungen (Matthäus 4,23).

Doch dann kam der Moment, der für Ihn eine unvorstellbare Mühe und Not an Geist, Seele und Leib bedeutete: Er, der Gerechte und Unschuldige, nahm die Sündenlast der ganzen Menschheit auf sich. Und wir lesen vor Seinem Kampf in Gethsemane: Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet (Markus 14,33).

Wie müssen wir doch über Ihn staunen und Ihm dankbar sein, dass Er alles durchgestanden und erfüllt hat – bis zum Schrei: „Es ist vollbracht!“ Dass Gott Ihm dafür die Fülle und den höchsten Namen gegeben hat, ist mehr als einleuchtend (Phil 2,9; Matthäus 28,18; Psalm 110,1; Jesaja 53,11). Jesus Christus hat die Fülle. Und als Gotteskinder sind wir mit Ihm vereint. Das müssen wir wissen. Wenn unsere Seele sich mit der einen oder anderen Last abmüht. steht uns Seine Fülle zur Verfügung: Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade (Johannes 1,16).

Stell dir doch nun mal einen „Segnungs-Tank“ vor, der so gross und weit ist wie das ganze Universum! Nicht kleiner ist die Fülle unseres Herrn Jesus, aus der wir im Glauben und durch Seine Gnade schöpfen dürfen. So hat Jesu Erlösungstat alles vollumfänglich gelöst, was uns Mühe und schlaflose Nächte bereiten möchte. Wir brauchen uns nicht zu zersorgen und abzustrampeln. Jesus ruft ja die Mühseligen und Beladenen zu sich und will sie erquicken (Matthäus 11,28;Jes 55,1).

 „Die Fülle“ und „vollbracht“ – gibt es irgendetwas in deinem und meinem Leben, das dadurch nicht abgedeckt wäre? Da kann und muss man nichts mehr dazutun – einfach nur zu Ihm eilen, bitten und nehmen! Sage doch: „Jesus hat die Fülle für… (und setze hier deine zurzeit grösste Sorge ein).“

Ich will in Zukunft noch schneller zu Ihm eilen und Ihm sagen: „Herr Jesus, ich bin jetzt mühselig und beladen. So erquicke mich nun bitte aus Deiner Fülle. Amen.“

Emanuel Keller